Denkmalpflegerische Untersuchung als Grundlage zum Schutz und Erhalt der Freiräume im Denkmalschutzensemble
Gegenstand der Untersuchung war die im Zeitraum von 1913 – 1940 nach Vorbildern der Gartenstadtbewegung erbaute Genossenschaftssiedlung der Heimstätten im Ziegenhainer Tal in Jena. Trotz einiger Veränderungen hatte sich der ursprüngliche Charakter hinsichtlich der Bausubstanz sowie der Freiraumstruktur über die Jahrzehnte weitgehend erhalten.
Die Heimstättensiedlung entstand in fünf Bauabschnitten nach Plänen der Architekten Paul Engelhardt, Heinrich Vossler, Walter Engelhardt und dem Büro Schreiter & Schlag. Bei Beendigung des letzten Bauabschnittes umfasste sie schließlich eine Fläche von weit über 100.000 m². Die Bebauung erstreckt sich mit Doppel- und Reihenhäusern sowie Geschoßwohnungsbau an einem Nordhang sowie am Grund des Ziegenhainer Tales. Mit einem hohen Anteil an Freiräumen und Gartenland und konsequenter, gestalterischer Betonung von bedeutenden Eingängen und Plätzen wurde ein mit der Baustruktur in Einklang stehendes, differenziertes Gesamtgefüge mit öffentlichen, halböffentlichen und privaten Bereichen geschaffen.
Da die Siedlung stark sanierungsbedürftig war, wurde sie 1995 vom Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege als Denkmalensemble und ausgewählte Gebäude als so genannte „Leitbauten“ ausgewiesen. Damit sollte eine verträgliche Verbindung von Erhaltung eines eindrucksvollen Zeitzeugnisses und lebendiger Erneuerung erzielt werden.
Die Untersuchung sollte als Grundlage für eine denkmalgerechte Sanierung und Neustrukturierung der Siedlung dienen. Als denkmalgerecht in diesem Sinne gelten am Originalbestand orientierte Erneuerungen, die den Charakter der Siedlung nicht gefährden.
Inhalte waren die Erhebungen zum gesicherten bauzeitlichen Zustand von Siedlungsfreiflächen in Bezug auf Bepflanzung, Oberflächenbelägen, Mauern, Zäune und Zierelemente.








