Neubau Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik

Neubau eines Forschungsgebäudes auf dem Beutenbergcampus in Jena
AG mit Architekten BDA Trzebowski + Wagner + Günther, Jena
Bauherr: Fraunhofer-Gesellschaft München
Fertigstellung 2002

Eingangsbereich
Eingangsbereich
Reinraumdach
Reinraumdach
Wasserbecken
Wasserbecken
Ansicht Süd
Ansicht Süd
Wasserbecken
Wasserbecken
Stützmauer Gabionen
Stützmauer Gabionen

Konzept

Flächenbilanz:

Die Gesamtfläche dieses 1. Bauabschnittes beträgt ca. 6.300 m², von denen ca. 2.800 m² überbaut wurden. Die versiegelte Fläche im Außenbereich für Zufahrten und Eingangs-Vorplatz beträgt ca. 1.060 m². Der Anteil der Grünflächen incl. der Flächen mit intensiver Dachbegrünung (Technikgebäude im Norden) liegt bei ca. 1.800 m². Zusätzlich sind ca. 780 m² Dachflächen als extensive Dachbegrünung ausgeführt (Reinraum im Westen und Vorbau im Süden).

Erschließung:

Die Zufahrt zum Grundstück liegt an der östlich verlaufenden Zufahrtstraße. Eine Umfahrt gewährleistet die Anlieferung und die Feuerwehrzufahrt rund um das Gebäude. Ein Verbindungsweg südlich des Gebäudes ermöglicht Fußgängern die Passierbarkeit des Beutenberg-Campus in ostwestlicher Richtung.

Straßen, Wege und Plätze:

Die An- / bzw. Umfahrt wurde aufgrund der Befahrbarkeit mit bis zu 40 to Nutzlast in Asphalt ausgeführt. Im nordöstlichen als auch im nordwestlichen Bereich wird das höherliegende Gelände mit Hilfe von Schwergewichtsmauern abgefangen. Die Ausführung erfolgt in Form von Drahtkörben, die mit Naturbruchsteinen gefüllt werden, sog. Gabionen. Auf eine Begrünung mit Kletterpflanzen wird bewusst verzichtet, um das Bild der Mauern zu erhalten und die Topographie zu zeigen.

Der Platzbereich vor dem Haupteingang wird mit Natursteinplatten aus alpinem Gneis in unterschiedlich breiten Bahnen gestaltet, welche sich im Foyer fortsetzen.

Der halböffentliche Verbindungsweg südlich des Wasserbeckens wird als Kontrast mit anthrazitfarbenen Betonplatten ausgeführt. Ein kleiner Platz mit Sitzmauern aus Beton bildet den Abschluss.

Der tiefer liegende Parkplatz ist in Schotter ausgeführt, die Durchfahrt wegen der hohen Belastung in Asphalt.

Entwässerung:

Aufgrund der großen Dachflächen wurde vom Umweltamt der Stadt Jena ein Regenrückhaltebecken mit einem max. Abflusswert von 40 l/sec gefordert. Ein entlang der südwestlichen Gebäudekante (Seminarraum) angeordnetes flaches Wasserbecken mit Dauerwasserstand nimmt das wasser von ca. 850 m² Dachflächen auf. Zusätzlich verbessert das Becken das Mikroklima an der Südfassade des Gebäudes und filtert die Luft. Der Überlauf führt in das eigentliche Rückhaltebecken, einer unterirdischen Doppelzisterne mit einem Volumen von 34 m³.

Die Platzfläche vor dem Haupteingang sowie die Umfahrt werden über die Regenwasserkanalisation entwässert, der Parkplatz über ein Rigolensystem in den Untergrund.

Bewässerung:

Der Einbau der unterirdischen Zisterne ermöglicht die Bewässerung der Außenanlagen mit Regenwasser. In langen Trockenperioden wird Trinkwasser nur in der erforderlichen Menge nachgespeist.

Begrünung/Retention:

Bedeutend für die gesamte Anlage sind die  intensive Dachbegrünung des Technikgebäudes (240 m², Bepflanzung mit Solitärgehölzen, Kleinsträuchern und Rasen) und die extensive Dachbegrünung des Reinraumes und des Vorbaus/Cafeteria (540 m², Bepflanzung mit verschiedenen Sedum-Flachballenpflanzen und Lavendel) mit einer Gesamtflächen von 780 m². Hierdurch werden die Niederschläge zurückgehalten und verzögert abgegeben, wodurch wiederum das Regenrückhaltebecken kleiner dimensioniert werden konnte.

Die Flächen entlang der Umfahrt werden als Rasen gestaltet, mit einzelnen Gehölz- / Rosengruppen, die keinen Einfluss auf die Benutzbarkeit insbesondere für die Feuerwehr haben.

Baumreihen (Prunus aviuum – Vogelkirsche) entlang der öffentlichen Erschließungsstraße sowie des Vorplatzes und des anschließenden Weges (Betula papyrifera – Papierbirke) bilden den räumlichen Abschluss, geben Orientierung und integrieren sich in die übergeordneten Grünverbindungen.

Die Wiesenflächen im südwestlichen Bereich werden mit einzelnen einheimischen Gehölzgruppen, bzw. Solitärgehölzen aufgelockert, so dass sich ein fließender Übergang zu dem bestehenden parkartigen Campusgelände ergibt.

 
 
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