FH Nordhausen - Entstehung des Campus
Wettbewerb
Aufgabe des im Jahr 2001 von der Staatl. Hochbauverwaltung Thüringen ausgeschriebenen Wettbewerbes war die grundlegende qualitativ hochwertige Neugestaltung der Freianlagen des Standortes der im Jahre 1997 gegründeten Fachhochschule Nordhausen. Die ursprünglich geplante Anzahl von 1.200 Studierenden ist bereits auf über 1.600 im WS 06/07 angestiegen. Die im Dornröschenschlaf verweilende Liegenschaft wurde im Verlauf von 4 Jahren abschnittweise zu einem Campus mit seinen charakteristischen Anforderungen verändert. Das Gelände befindet sich am nordöstlichen Stadtrand von Nordhausen im Anschluss an die innerstädtische Wohnbebauung.
1906 - 1910 Bau der Pestalozzischule
1914 – 1918 / 1938 – 1945 Nutzung der Gebäude als Lazarett
1945 Bombardierung mit teilweiser Zerstörung der Gebäude
1951 Eröffnung der Ingenieur-Fachschule für Landwirtschaft
1952-1975 entstehen neue Seminar- und Hörsaalgebäude
1998 Aufnahme des Studienbetriebes der FH Nordhausen
2002 – 2006 Neugestaltung der Freianlagen und Sanierung von einzelnen Gebäuden des Campus
Konzept
Nach Abriss einzelner Gebäude und „Aufräumen“ des Geländes ergeben sich klare lineare Strukturen in Ost-West-Richtung, betont durch die natürliche Topographie. Als Rückgrat des Geländes wird die Weinbergstraße herausgearbeitet, an der sich drei neue Plätze angliedern.
Aus westlicher Richtung führt die Straße auf den Haupteingang zu. Dort öffnet sich der Raum vor der derzeitigen Bibliothek zur großen „Terrasse mit Aussicht“ auf Nordhausen und die südlich gelegene Hügellandschaft.
Eine großzügige Freitreppe führt den Hang hinunter zu Laborgebäuden und Kompetenzzentrum in den südlichen Teil.
Hang aufwärts liegt das Herz des Campus, der Weinbergplatz, an dessen Westseite die neue Bibliothek geplant ist. In Richtung Osten öffnet sich die Straße im Bereich der neuen Bushaltestelle und führt zum Platz bei den Hörsaalgebäuden.
Diese drei Plätze gehen ineinander über und bilden zusammen die sog. „Neue Mitte“ des Campus. Auf allen Plätzen werden grünliche Porphyr-Platten und gelbliches Betonpflaster in unterschiedlichen Flächenanteilen verwendet. Die Betonstufen und Fußwege werden ebenfalls im gelblichen Farbton ausgeführt. Somit wird ein einheitliches Farbkonzept auf dem Campus umgesetzt.
Die Terrassierung der Platzflächen erfolgt mit Betonfertigteilelementen mit vor- bzw. rückgelagerten Pflanzflächen, welche die Ansicht von unten als grüne Kaskaden erscheinen lassen – betont wird dieser Effekt auf dem Weinbergplatz durch die vertikale Oberflächenstruktur des Betons.
Den nördlichen Abschluss der „Neuen Mitte“ oberhalb der Straße Weinberghof bildet der „Kleine Festplatz“ als Aufenthalts- und Veranstaltungsfläche vor der Mensa und dem im Jahre 2006 sanierten Audimax.
Mit der Durchwegung des Geländes wird die Anbindung und Verzahnung mit dem öffentlichen Fußwegenetz und den umliegenden Quartiere und Freiflächen ermöglicht.
Als Ausgleich für 95 geschädigte oder aus baulichen Gründen nicht zu erhaltende Bäume wurden insgesamt 142 Bäume neu gepflanzt.
Regenwassermanagement
Im südöstlichen Bereich des Campus entstand nach Beräumung des Geländes ein Retentionsteich, der die Ober- und Dachflächenwässer von ca. 5,0 ha Fläche (42% der Liegenschaft) des nördlichen Campusbereiches aufnimmt. Das gesammelte Wasser versickert seitlich in den Uferböschungen und wird somit zeitverzögert und gefiltert wieder dem Grundwasser zugeführt. Ein Dauerwasserstand von 40-50 cm verhindert das Austrocknen des Teiches. Somit werden die versiegelten Flächen kompensiert und die Abwassergebühren gesenkt. Aus dem stark verwilderten Umfeld ist ein landschaftlich gestalteter Park entstanden. Fußwegeverbindungen ermöglichen die Querung des Campus zu den sich anschließenden Wohngebieten.
Insgesamt wurden über 300 PKW-Stellplätze im nördlichen und südlichen Bereich angeordnet mit dem Ziel, den zentralen Bereich des Campus weitgehend vom PKW-Verkehr freizuhalten und somit eine hohe Aufenthaltsqualität zu erreichen. Bei allen Stellplätzen wurde Betonpflaster mit Rasenfuge oder Schotterrasen als Befestigung verwendet, um das anfallende Regenwasser versickern zu lassen.
Struktur
Das Gelände gliedert sich in folgende Bereiche:
- Wohngebäude und Parkplatz im Norden
- Plätze der „Neuen Mitte“ mit Bibliothek, Verwaltung, Mensa und Audimax.
- Kompetenzzentrum und Laborgebäude mit Parkplatz im Südwesten
- Parkartiger Teil mit Retentionsteich und Sportplatz im Südosten










